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Die zweisprachige Schule Samedan

Die scoula cumünela Samedan war die erste von Grund auf zweisprachige Volksschule der Schweiz. Sie betreibt vom Kindergarten bis zur neunten Klasse Sprachimmersion in Romanisch und Deutsch. Bei uns kann man also nicht wie in Biel oder Freiburg zwischen der einen und der anderen Sprache als Schulsprache wählen, sondern beide Sprachen müssen als Schulsprachen erlernt werden.

 

Obwohl seit Jahrhunderten als romanisches Dorf geltend, ist Samedan von Süden (Italien) und Norden (Deutschschweiz) stark beeinflusst worden. Das Gewerbe, der Tourismus und speziell die Migration haben dazu geführt, dass schon im 19. Jahrhundert Deutsch und Italienisch präsent waren. Im Verlaufe der Zeit hat sich die Gewichtung der Sprachen verschoben, so dass heute Deutsch die Mehrheitssprache ist.


Jahr Romanisch Deutsch Italienisch      
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1880 350 = 47% 300 = 40% 70 = 09%      
1920 630 = 43% 600 = 41% 220 = 15%      
1960 700 = 33% 900 = 43% 460 = 22%      
1990 650 = 22% 1570 = 54% 480 = 17%      
2000 550 = 18% 1860 = 61% 490 = 16%      

           

Nur 5% sprachen 2000 eine andere als eine der oben erwähnten drei Landessprachen. Dieser Anteil hat sich in den letzten Jahren noch vermindert. Im Gegensatz zu den Tendenzen in den meisten Teilen der Schweiz, nimmt der Ausländeranteil im Oberengadin ab. Dies ist vor allem bedingt durch die hohen Lebenshaltungskosten und durch das nahe Ausland. Das Leben im Oberengadin ist in den letzten Jahren immer teurer geworden und die billigen Arbeitskräfte sind nicht mehr sesshaft sondern werden in Italien als Grenzgänger rekrutiert. Dies führt dazu, dass der Prozentanteil an ausländischen Kinder stetig zurückgegangen ist. Heute haben wir etwas über 8% ausländische Kinder an der Schule, wovon nur 3% nicht Romanisch, Deutsch oder Italienisch als Erstsprache angeben.

 

Bei uns stellt sich also nicht so sehr die Frage nach der Integration von ausländischen Kindern, sondern vielmehr die sprachliche Integration von Schweizer Kindern, die nicht romanischer Sprache sind und das sind immerhin 70%. Das können wir bewerkstelligen, indem wir innerhalb der Regelklassen stark differenzieren, was kleine Klassen bedingt, und andererseits, indem wir die Kinder bei einer Sprachlehrkraft noch zusätzlich in der romanischen Sprache fördern.

 

Probleme gibt es tatsächlich, wenn Kinder, die weder der romanischen noch der deutschen Sprache mächtig sind, in einem fortgeschrittenen Alter zu uns stossen, da sie ja in zwei Schulsprachen eingeschult werden müssen. In der Primarschule forciert man in solchen Fällen eher das Romanische, in der Oberstufe eher das Deutsche.


 
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